Lutz Hirsch berät seit 1996 Unternehmen bei der digitalen Transformation und unterstützt mit der von ihm gegründeten Agentur HIRSCHTEC Unternehmen bei der Einführung von Intranet- und Social Workplace-Lösungen. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der HanseSafe AG, besitzt einen Lehrauftrag an der FH Brandenburg im Fachbereich Wirtschaftsinformatik und ist Autor zahlreicher Fachartikel und Buchbeiträge zu Social Media in der Unternehmenskommunikation. Mehr zum Thema Social Business können Sie sich in der aktuellen HIRSCHTEC Intranet Kolumne 'Der Intranet Newsfeed' ansehen.
Wo stehen wir beim Thema “Social Collaboration/Business” in Deutschland?
Der Nutzen von Social Collaboration wird zunehmend akzeptiert und auch in den obersten Management-Ebenen schon teilweise für die eigene Arbeit genutzt. In den vielen Gesprächen mit Kommunikationsverantwortlichen, IT-Leitern und Führungskräften spüren wir aber, dass die Umstellung der täglichen Arbeitsabläufe schwer fällt und auch durch die derzeitigen technischen Plattformen nicht ausreichend unterstützt wird. Wir stehen in Deutschland vor einer großen Ernüchterungswelle, die wir aushalten und moderieren müssen.
Was sind die Herausforderungen für 2014?
Wenn sich Social Collaboration nachhaltig und flächendeckend entwickeln soll, dürfen die Konzepte von Facebook & Co. nicht 1:1 auf die internen Unternehmensabläufe übertragen werden. Wenn ein Mitarbeiter 50 Kollegen im Netzwerk folgt, und von diesen im Durchschnitt 10 Aktivitäten pro Tag im Newsfeed angezeigt werden, (Arbeit an Dokumenten, Beiträge zu Blogs, Kommentare, etc.) wird er mit 500 Mini-Meldungen überflutet. Willkommen in der neuen Welt! Die Mail-Flut wird zur Newsfeed-Flut werden. Es gilt daher, die neuen Werkzeuge sinnvoll in die Kommunikationswelt zu integrieren und den Begriff der Relevanz stärker in den Vordergrund zu stellen.
Was sollte der Beitrag einer Social Business-Diskussion auf der CeBIT 2014 sein?
Es sollte ein Plenum entstehen, in dem frei von modischem ‚Beratersprech’ die Adaption von Social Media in der Arbeitsorganisation des Informationsarbeiters diskutiert wird. Ein lebendiger Austausch zwischen Technologieanbietern, Praktikern und Dienstleistern kann Impulse für die kommenden Herausforderungen geben – und zum ‚netzwerken’ anregen.
Herr Hirsch, vielen Dank für das Interview!
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