Digitale Transformation in Unternehmen stößt häufig an Grenzen, die nicht technischer, sondern organisatorischer und kultureller Natur sind. Im Mittelpunkt steht die Diskrepanz zwischen der Einführung digitaler Tools und deren tatsächlicher Nutzung im Arbeitsalltag. Der Beitrag beleuchtet, wie gewachsene Infrastrukturen und individuelle Verhaltensmuster dazu führen, dass neue Technologien zwar bereitgestellt, aber nicht im Sinne der angestrebten Modernisierung genutzt werden. Die Perspektive richtet sich auf die Analyse faktischen Nutzerverhaltens und die Identifikation von Energiequellen und Energieräubern im Arbeitskontext, um die Ursachen für das Scheitern von Modern Work sichtbar zu machen.
Im inhaltlichen Fokus stehen die Grenzen technikzentrierter Maßnahmen und die Notwendigkeit erkenntnisorientierter Diagnostik. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, wie qualitative Befragungen zu Energiequellen und Energieräubern sowie die Auswertung von Nutzungsdaten aus Tools wie Microsoft 365 und Teams valide Erkenntnisse über tatsächliche Arbeitsweisen liefern. Die Analyse verdeutlicht, dass Annahmen über Nutzerbedarfe und Transformation häufig nicht mit der Realität übereinstimmen und Maßnahmen ohne valide Datenbasis ins Leere laufen. Die Kombination aus qualitativen und quantitativen Analysen bildet die Grundlage für gezielte, bedarfsorientierte Befähigung und nachhaltige Veränderung. Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Verantwortung für die Diagnostik und Weiterentwicklung nicht allein bei der IT liegen kann, sondern eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit erfordert.
