Mittelständische Unternehmen mit laufenden Digitalisierungsinitiativen stehen vor der Herausforderung, Organisation und Kultur im Kontext beschleunigter Veränderungen neu zu denken. Nele Kreyßig, Director Digital Culture, bringt die Perspektive einer kollegial geführten Organisation ein, die seit zweieinhalb Jahren ihr Führungsmodell iterativ anpasst und dabei kulturelle und menschzentrierte Aspekte konsequent in den Mittelpunkt stellt. Der Beitrag adressiert insbesondere Verantwortliche für Digitalisierung und Transformation sowie Change Agents, die Orientierung und Handlungsoptionen für nachhaltige digitale Entwicklung suchen.
Im Zentrum stehen fünf Bausteine: radikale Akzeptanz der aktuellen Situation, die Priorisierung kultureller Aspekte vor strukturellen Veränderungen, iteratives Üben und Lernen, Menschzentrierung von Beginn an sowie ein bewusster Umgang mit dem Digitalisierungstempo und der Notwendigkeit von Regeneration. Kreyßig betont, dass Transformation erst durch die bewusste Annahme der Gegenwart möglich wird und dass Werte und Sinnstiftung als Orientierungsrahmen dienen. Methoden wie Design Thinking und Co-Creation werden als praxisnahe Ansätze vorgestellt, um Betroffene aktiv einzubinden. Die Bausteine wirken wechselseitig und lassen sich flexibel kombinieren. Abschließend werden konkrete Handlungsoptionen für Verantwortliche aufgezeigt, um auch ohne direkte Steuerungsmacht Wirkung zu entfalten und die digitale Transformation menschenzentriert zu gestalten.
