Ana Neves und Jaap Linssen stellen das Collaboration Maturity Model anhand empirischer Daten aus internationalen Handels- und Technologiekonzernen vor. Im Fokus steht die Entwicklung digitaler Kollaborationskompetenz und die Optimierung hybrider Arbeitsformen. Die Referierenden strukturieren die digitale Zusammenarbeit in drei Reifestufen: von reiner Reichweite über ad-hoc Dialoge bis zur strategisch integrierten, dialogorientierten Arbeitsweise. Die Analyse basiert auf einer Benchmark-Studie mit 39 Unternehmen aus 16 Ländern und adressiert insbesondere Fachverantwortliche aus HR und interne Kommunikation in Großunternehmen.
Das Collaboration Maturity Model differenziert sieben Fokusbereiche, darunter Leadership, interne Kommunikation, Teams und Innovation. Die Ergebnisse zeigen, dass Mitarbeitende im Vergleich zu Teams, Communities und Supportfunktionen die höchste Reife aufweisen, während Führungskräfte und Teams selten die höchste Stufe erreichen. Dialogorientierte Formate wie Jam Sessions und Working Out Loud werden als Methoden vorgestellt, um Engagement und Wissensaustausch zu fördern. Die Studie belegt, dass Unternehmen mit einem höheren Anteil an dialogorientierter Nutzung geringere negative Auswirkungen auf das Mitarbeiterengagement während hybrider Arbeit verzeichnen. Die nachhaltige Verankerung digitaler Kollaboration hängt maßgeblich vom aktiven Leadership-Engagement und der Anerkennung digitaler Kollaborationsleistungen ab.
