
Seit 2014 diskutieren wir das Thema der "neuen Formen der Zusammenarbeiten" und "digitalen Transformation der Arbeitsorganisation" mit einer Themenplattform auch auf der CeBIT. An zwei bzw. in 2015 drei Tagen haben wir dort jeweils ein Mix aus Keynotes, Expertendiskussionen und Projektberichten als Bühnenprogramm in der Ausstellungsfläche der CeBIT organisiert. Was bisher unter dem Label "CeBIT Social Business Arena" lief wird in 2016 nun als "CeBIT Enterprise Digital Arena" fortgeführt und berücksichtigt dabei die Veränderungen in der Themendiskussion, die uns bereits zur Umbenennung des E2.0 SUMMITs veranlasst hat. Im Kern geht es aus unserer Sicht nicht mehr um die losgelöste Betrachtung, was die "sozialen Technologien" als einzelne Bausteine für das Unternehmen leisten können, sondern wie sich die Organisation des Unternehmens als Ganzes verändern muss, um den Veränderungen der "digitalen Transformation" gerecht zu werden. Dabei steht bei der Diskussion die "digitale Befähigung" (oder auch "Digital Enablement") der Mitarbeiter, der Zusammenarbeit der Teams, der Organisation des Unternehmens wie auch der Strukturierung der Prozesse im Mittelpunkt.
- Digitale Befähigung der Mitarbeiter: Während in der ersten Generation der "Social Collaboration"-Projekte angenommen wurde, man müsste den Mitarbeitern nur "neue" und "bessere" Tools bereitstellen und würde damit den Effekt erzielen, über eine Selbsterkenntnis des Einzelnen zu einer besseren Zusammenarbeit und damit zu einer erhöhten Performance der Organisation zu kommen, müssen wir in 2016 festhalten, dass die "Selbsterkenntnis des einzelnen Mitarbeiter" nicht von "selbst" einsetzt, sondern der Mitarbeiter zu dieser "Selbsterkenntnis" geführt werden muss. Hier gilt, dass jeder Mitarbeiter als Mensch wie auch als Aufgabenverantwortlicher sehr unterschiedlich ist und nicht "über einen Kamm" geschoren werden kann. Hier braucht es eine Erarbeitung des "What Is In For Me" - sprich des individuellen Mehrwertes einer veränderten Arbeitsweise für den Einzelnen - sowie einer Anleitung in der richtigen - sprich für den Arbeitsprozess nutzenstiftenden Weise - Nutzung der digitalen Plattformen. Im Kontext des Veränderungsprozesses der Organisation braucht es zudem eine Bestätigung und Bestärkung des Einzelnen die neuen Arbeitsformen auch gegenüber Widerstände bzw. Meinungen und Positionen anderer Mitarbeiter einzustehen. Zudem braucht es eine Sensibilisierung für weitere Veränderungen der Arbeitsprozesses und Zusammenarbeit, die auf dem Weg der digitalen Transformation notwendig werden.
- Digitale Befähigung von Teams: Auf einer zweiten Ebene der Herausforderungen auf dem Weg zur digitalen Arbeitsorganisation steht das Überdenken der Projekt- und Teamarbeit. Während die ersten Projekte annahmen, dass klassische Projektorganisationen auch automatisch in virtuelle und digital-soziale Strukturen zu überführen sind, wird heute immer deutlicher, dass es für das Team-Management auf kollaborativen Plattformen neue Paradigmen zu verstehen gilt. Zum einen fehlt im virtuellen Kontext der direkte persönliche Austausch von Projektteams – sprich die Identifikation und die Selbstverpflichtung für das Projektziel ist per se durch den fehlenden Kontakt geringer. Ferner bietet die digital-soziale Kollaborationsform sowohl neue Möglichkeiten als auch Anforderungen. So schafft z.B. ein in der Gruppe verfolgter „Working-Out-Loud“-Ansatz (sprich die kontinuierliche Dokumentation von Teilschritten) eine höhere Projekttransparenz, andererseits bietet die öffentliche Diskussion von Teilergebnissen auch die Gefahr der Defokussierung in der Diskussion. Insgesamt erfordert das Projektmanagement in digital-sozialen Umgebungen sowohl eine zusätzliche Befähigung im Projektmanagement als auch in der Projektarbeit.
- Digitale Befähigung der Organisation: Auch die Betrachtung der neuen Anforderungen an die Organisation braucht weiterer Diskussionen. In diesem Zusammenhang wurde bisher vor allem über die Notwendigkeit der kulturellen Veränderungen gesprochen. In Kern geht es dabei um das Umdenken beim Führungs- und Management-Ansatz – weg vom „Comand- & Control“-Ansatz hin zu einem Führungsstil mit einer motivierenden und wegweisenden Charisma- und Vorbildfunktion. Immer wieder wird hier auch vom Ende der Hierarchie gesprochen – dennoch nicht klar und deutlich das Modell der Organisation in der digitalen Zukunft skizziert. Auch fehlen immer noch Antworten auf die Fragen der Ausgestaltung der Rahmenrichtlinien für die digitale Arbeitsorganisation – wie z.B. den klaren Arbeitszeit- und Mitbestimmungsmodellen. Um das jeweilige Unternehmen auf den für sich passenden Weg zu bringen, braucht es klare „Findungsphasen“, in denen die neuen Strukturen definiert werden und aus den alten Strukturen überführt werden.
- Digitale Befähigung des Geschäftsmodells: Last but not least – darf sich die Diskussion um das „digitale Unternehmen“ nicht nur auf eine interne Betrachtung beschränken, sondern muss auch die vom Kunden und Markt ausgehende Geschäftsmodellanalyse berücksichtigen. Denn wenn der digitalisierte Kunde neue Service- und Leistungskonzepte im digitalen Umfeld erwartet, muss das Unternehmen dafür aufgestellt sein.
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