
Gastbeitrag von Oliver Chaudhuri, Principal Consultant Kommunikation bei HIRSCHTEC Die Digitalisierung ist der Megatrend unserer Zeit. Unternehmen vernetzen sich zunehmend mit ihren Kunden und Geschäftspartnern, neue Geschäftsmodelle breiten sich rasant aus. Doch wer sich nach außen vernetzen will, muss auch nach innen vernetzt sein und seinen Mitarbeitern neue Möglichkeiten der Kommunikation und Kollaboration zur Verfügung stellen. Immer mehr Organisationen entscheiden sich deshalb für einen Intranet-Ansatz, bei dem die Vernetzungs- und Kollaborationsmöglichkeiten zwischen den Mitarbeitern im Vordergrund stehen. Wir sprechen hierbei von dem "Social Intranet". Das "Social Intranet" stellt neue Anforderungen an seine Nutzer - wie z.B. die Bereitschaft zur Partizipation und Interaktion - aber auch an die Interne Kommunikation (IK), welche in der Regel die Projektverantwortung für diese Konzepte haben. Denn im "Social Intranet" findet zunehmend Kommunikation ohne Kommunikateure statt - autark und selbstgesteuert von den Mitarbeiter wie z.B. in virtuellen Teamräumen. Mit dieser Veränderung stellt sich die Frage - was die Rolle der Internen Kommunikation - die bisher für die konsistente, redaktionelle Aufbereitung der Kommunikationsinhalte zuständig war - in diesen neuen Umgebungen ist.
Vom Redakteur zum Kurator und Coach der Fachabteilungen
Wenn es in den "Social Intranet"-Ansätzen vor allem um die Partizipation und das Engagement der Mitarbeiter geht - geht dann damit eine De-Professionalisierung der Intranet-Manager einher? Kommt es künftig nur darauf an, Communities mit Umfragen und Fußball-Tippspielen bei Laune zu halten? Oder sollte jeder Intranet-Manager möglichst schnell zum Programmierer und Coding-Experten umschulen? Wir bei HIRSCHTEC sind überzeugt, dass Interne Kommunikationsmanager künftig eine Schlüsselrolle einnehmen, um nicht nur an, sondern vor allem mit den Führungskräften und Mitarbeitern zu kommunizieren und ihre Kompetenzen auszubauen. Gemeinsam mit weiteren Spezialisten (HR, Strategie etc.) schaffen sie die kulturelle Basis für eine neuartige, kollaborative Arbeitskultur. Die kommunikative Leistungsfähigkeit eines Unternehmens beeinflusst maßgeblich die Fähigkeit zur Vernetzung. Damit wird sie zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Digitalisierung und die gesamte Organisation. Richtig ist aber auch, dass sich die Rolle und Arbeitsweise der Kommunikationsprofis weiter wandelt – weg vom „Medienbefüller“ und Bereitsteller digitaler Plattformen, hin zum Organisationsentwickler.Fünf Thesen zur Neuaufstellung und Positionierung der Internen Kommunikation
Für die Neuausrichtung dieser Positionierung der "Internen Kommunikation" gelten dabei aus unserer Sicht fünf zentrale Punkte:- Im vernetzten Unternehmen kann und muss die IK nicht alle Fragen selbst beantworten. Wohl aber ist es ihre Aufgabe, die Themen zu sortieren und Nicht-Kommunikateure sprechfähig zu machen.
- Die Fähigkeit von Mitarbeitern zur Interaktion wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Leistungserbringung von Unternehmen. Die IK ist dabei Coach und Schiedsrichter.
- Führungsmodelle, die keine Hintergründe/Kontextinformationen und Feedback-Kanäle bieten, sind passé. Die IK stellt beides bereit.
- Die IK ist Treiber des kulturellen Wandels. Sie versetzt sich und andere innerhalb der Organisation in die Lage, niedrigschwellig miteinander zu kommunizieren und zu kollaborieren.
- Wissensaustausch ist eine Querschnittsaufgabe. Die IK orchestriert diese Aufgaben. Sie bindet Experten (z. B. aus der IT, von HR, dem Facility Management und den Geschäftsbereichen) so ein, dass relevante Inhalte schnell und effizient die Zielgruppen erreichen werden können.
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