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Metaverse: Instrument für die interne Kommunikation?

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Was ist das Metaverse? Gibt es dafür einen einheitlich anerkannten Begriff? 

Eine wesentliche Definition von Matthew Ball* lautet:  

„The Metaverse is a massively scaled and interoperable network of real-time rendered 3D virtual worlds which can be experienced synchronously and persistently by an effectively unlimited number of users with an individual sense of presence, and with continuity of data, such as identity, history, entitlements, objects, communications, and payments.”  

Vielleicht noch erwähnenswert ist diese kurze und greifbare Definition von Mark Zuckerberg aus 2020:  

„The Metaverse is an embodied internet where you’re in the experience, not just looking at it.” 

*Anm. Red.: Matthew Ball gehört zu den Vordenkern des Metaverse. Er ist Medienmanager, Essayist und Investor. Bekannt wurde er mit seinen Essays über die Zukunft von Netflix, digitaler Unterhaltung und dem Metaverse. 

Was versteht der BVDW unter dem Metaverse? 

Für uns ist die ultimative Vision des Metaverse ein dezentralisiertes, interoperables, beständiges und mit allen Sinnen wahrnehmbares digitales Ökosystem mit unbegrenzter Nutzerkapazität. Es wird sowohl in einer erweiterten (Augmented Reality, AR) als auch in einer rein virtuellen Realität (Virtual Reality, VR) mit der physischen Welt koexistieren. Das voll entwickelte Metaverse wird mit dem realen Leben verschmelzen und unsere Gesellschaft und die Art und Weise, wie wir uns vernetzen, miteinander arbeiten, leben und mit Marken interagieren, grundlegend verändern.  

Was ist der Unterschied zum schon einmal dagewesenen Second Life? 

Second Life war eine einzelne, private 3D-Plattform. Das Metaverse ist eine technologische und soziale Vision, in der verschiedene Technologie-Cluster und Tausende von Playern ein „nächstes Internet” entwerfen wollen. 

Warum kann das Metaverse auch für die interne Unternehmenskommunikation wichtig werden? 

Es ist der vermutlich nächste Schritt im Rahmen der digitalen Transformation und kann zu einem Vorteil im Wettbewerb werden. Um weiterhin eine positive User Experience der Stakeholder im Unternehmen zu gewährleisten und die Aufmerksamkeit der MitarbeiterInnen zu erhalten, ist eine Auseinandersetzung mit diesem Trend vermutlich ein unvermeidbarer Schritt. Nicht heute, aber sicher innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre. Wer allerdings heute schon Erfahrungen macht, ist besser vorbereitet. So war es auch schon beim Web 2.0 der Fall. 

Was können beispielhafte Use Cases dafür sein? 

Nahezu jede Disziplin wird eigene Use Cases dafür finden können. Die interne Unternehmenskommunikation kann einen neuen, immersiven Raum zur Informationsvermittlung nutzen und Fakten transparenter und, wenn nötig, auch emotional greifbarer vermitteln.  

In der PR und im Marketing können die eigenen Produkte in Showrooms im wahrsten Sinne des Wortes viel „anfassbarer” vermittelt werden, etwa als manipulierbare 3D-Objekte. Auch Events können  als hybride Formate eine höhere Durchschlagskraft erreichen, wenn das Gefühl von Präsenz gestärkt wird. Und für die Change-Kommunikation bieten sich neue und optimierte Formen der standortunabhängigen, immersiven Kollaboration, zum Beispiel für Change Ambassadors. 


Im Webinar mit Carsten Rossi das Metaverse live erleben: „More Reality. Kommunikation im Metaverse”.


Interne Unternehmenskommunikation muss Beschäftigte emotional ans Unternehmen binden. Ist die Chance dafür im Metaverse größer? 

Ja. Der immersive, dreidimensionale und „sinnliche” Charakter von Metaverse-Umgebungen, zum Beispiel Corporate Metaverses und Digital Twins*, unterstützt ein Gefühl von Präsenz und „Zusammengehörigkeit”. Gemäß des alten Werbespruchs „Mittendrin statt nur dabei!” Auch Identität kann in hybriden Arbeitsumgebungen leichter gelebt und vermittelt werden. 

*Anm. Red.: Ein Digital Twin (Digitaler Zwilling) ist eine digitale Repräsentanz eines materiellen oder immateriellen Objekts aus der realen Welt in der digitalen Welt. Es ist unerheblich, ob das Gegenstück in der realen Welt bereits existiert oder erst zukünftig existieren wird.

Ist Storytelling im Metaverse einfacher, und falls ja, weshalb? 

Einfacher? Nein. Besser? Unbedingt. Eine „360-Grad-Story”, vielleicht noch mit interaktiven Elementen, ist wesentlich schwieriger zu konzipieren und zu produzieren. Storytelling als solches verändert sich. Es braucht mehr Fähigkeiten zum so genannten „Worldbuilding” und zur Inszenierung. Der Aufwand dafür kann sich allerdings lohnen: Emotional und rational „erfährt” man eine solche Geschichte auf einem wesentlich höheren Level. 

Was sollten Unternehmen generell beachten, wenn sie ins Metaverse einsteigen möchten? Welche Fragen sollten sie sich stellen? 

Ich empfehle ein schrittweises, näherungsweises Vorgehen in fünf Schritten unter dem Akronym „MAKER”: 

  • Match: Technologie und Plattform auswählen 
  • Adapt: Die „Erfahrung” konzipieren 
  • Kickstart: Proof of concept und einen ersten Piloten aufsetzen 
  • Excite: Wissen und Begeisterung bei den Stakeholdern wecken, vermitteln und pflegen 
  • Review: Den Erfolg messen 

Welche technischen Voraussetzungen (Software und Hardware) braucht es, um sich im Metaverse bewegen zu können? 

Das ist sehr plattformspezifisch. Aber es braucht keinesfalls eine „Brille”. In vielen Fällen reichen ein Smartphone oder ein Browser für AR-Erfahrungen oder auch diverse dreidimensionale Umgebungen, wie etwa rooom® oder Spatial. 

Ein Blick in die Zukunft: Wo stehen wir mit dem Metaverse im Jahr 2030? 

Das Metaverse wird als Web 3.0 parallel zum aktuellen Web 2.0 existieren. Der „Besuch” einer dreidimensionalen, immersiven Erfahrung, beispielsweise zur Zusammenarbeit oder zum Shoppen, wird die gleiche Normalität haben wie etwa das Checken eines Instagram-Feeds heute. Verdrängt haben wird es das aktuelle Internet aber nicht. 

Wir bedanken uns für das Gespräch, Carsten Rossi

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