Im Gespräch mit Conny Dethloff zu Transformational Change & Leadership

Folge #91

Im Gespräch mit Conny Dethloff zu Transformational Change & Leadership
Mitschnitt-Länge: 45 Minuten
Mitschrift verfügbar

Transformation als kontinuierliche Reise: Conny Dethloff erklärt, wie systemische Ansätze Teams zu eigenverantwortlichem Handeln befähigen.

In einem Interview im Rahmen der Shift/HR Talks 2022 beleuchtet Conny Dethloff, Senior Management Consultant bei borisgloger consulting, die Herausforderungen und Ansätze für nachhaltige Transformationen in Unternehmen. Der Beitrag richtet sich an Verantwortliche in der Organisationsentwicklung und im Change Management, die systemische Methoden zur Anpassung von Strukturen und Prozessen suchen. Dethloff diskutiert die Notwendigkeit, von analytischen zu systemischen Ansätzen zu wechseln, um die Wertgenerierung zu verbessern und Teams zu eigenverantwortlichem Handeln zu befähigen. Die Besonderheit des Interviews liegt in der kritischen Betrachtung traditioneller Management-Ansätze und der Betonung struktureller Anpassungen als Schlüssel zur Transformation.


Dethloff argumentiert, dass Transformation keine einmalige Aktion, sondern eine kontinuierliche Reise ist, die nicht vollständig planbar ist. Er hebt hervor, dass strukturelle Probleme in Unternehmen oft die Wertgenerierung behindern und systemisch analysiert und angepasst werden müssen. Das Viable System Model wird als Methode zur Analyse und Neugestaltung von Unternehmensstrukturen genannt. Dethloff betont, dass Führung darauf abzielen sollte, die Wertgenerierung zu erleichtern und Teams zu befähigen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Die Erfahrungen der letzten Jahre, insbesondere die Arbeit im Homeoffice, werden als Quelle neuer Erkenntnisse betrachtet, die es ermöglichen, traditionelle hierarchische Strukturen zu hinterfragen und anzupassen.

Unternehmen sind heute so designt, dass Verantwortungslosigkeit gegenüber den Kunden manifestiert wird. Niemand ist wirklich verantwortlich für den Kunden. – Conny Dethloff


Change lässt sich nicht managen. Change geschieht. Ich muss einwirken auf Wandel, aber das ist anders als das zu managen. – Conny Dethloff


Transformation ist eine Reise, die niemals endet. Am Ende des Tages habt ihr im Unternehmen eine Fähigkeit aufgebaut, dass ihr zukünftig Berater oder externe Hilfe gar nicht mehr braucht. – Conny Dethloff

  • Transformation ist keine einmalige Aktion, sondern eine kontinuierliche Reise, die nicht vollständig planbar ist.
  • Strukturelle Probleme in Unternehmen behindern oft die Wertgenerierung und müssen systemisch analysiert und angepasst werden.
  • Menschen werden durch bestehende Strukturen in ihrem Verhalten konditioniert, weshalb Veränderungen an Strukturen Priorität haben sollten.
  • Führung sollte darauf abzielen, die Wertgenerierung zu erleichtern und Teams zu befähigen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.
  • Nachhaltige Transformation erfordert ein Umdenken von einem analytischen zu einem systemischen Ansatz.

Der Beitrag beleuchtet die strategische Relevanz von Transformation als kontinuierlichen Prozess und hinterfragt die weit verbreitete Illusion, dass Wandel planbar und steuerbar sei. Er thematisiert die kulturellen Spannungsfelder zwischen analytischem und systemischem Denken, die in vielen Unternehmen zu strukturellen Widersprüchen führen. Diese Widersprüche manifestieren sich in fragmentierten Verantwortlichkeiten, die die Wertgenerierung behindern. Der Beitrag macht deutlich, dass traditionelle Managementansätze, die Unternehmen als Maschinen betrachten, den komplexen sozialen Systemen nicht gerecht werden. Stattdessen wird ein Umdenken gefordert, das die Rolle von Führung neu definiert: weg von Kontrolle hin zu einer dienenden Unterstützung, die Teams befähigt, eigenverantwortlich zu handeln. Der blinde Fleck vieler Verantwortlicher liegt in der Unterschätzung der strukturellen Konditionierung von Verhalten, die durch bestehende Organisationsstrukturen hervorgerufen wird.


Aus dem Beitrag gehen klare Prinzipien hervor, die zur Weiterentwicklung des Themas beitragen. Er fordert dazu auf, Transformation als Reise zu begreifen und in kleinen, iterativen Schritten vorzugehen, um nachhaltige Veränderungen zu ermöglichen. Die Reflexionsimpulse zielen darauf ab, die Perspektive von einer rein operativen Praxis hin zu einem strategischen und kulturellen Wandel zu verschieben. Die Zielgruppe wird ermutigt, systemische Ansätze zu nutzen, um strukturelle Anpassungen vorzunehmen, die die Wertgenerierung verbessern. Der Beitrag inspiriert dazu, die eigene Rolle im Veränderungsprozess kritisch zu hinterfragen und die Verantwortung für den Wandel aktiv zu übernehmen. Dies erfordert ein tiefes Verständnis für die Funktionsweise von Organisationen und die Bereitschaft, traditionelle Denkmuster zu überwinden.

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